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UNSERE PROJEKTE

SOZIALE ARBEIT IM PALLIATIVTEAM FRANKFURT

Eine lebensverkürzende Diagnose bringt Betroffene und Angehörige häufig in existenzielle Unsicherheit. Fragen zu Pflegegrad, finanziellen Hilfen, Unterstützungsangeboten, Vorsorgevollmachten oder zur Organisation der letzten Lebensphase können überwältigend wirken. Die soziale Arbeit im PalliativTeam Frankfurt bietet hier professionelle und entlastende Unterstützung, um Betroffene in dieser herausfordernden Zeit handlungsfähig zu halten.

Die Sozialarbeiterin begleitet Patient*innen und Angehörige bei Hausbesuchen oder telefonisch und schafft Raum, um persönliche und biografische Themen anzusprechen.  Das Angebot umfasst eine breite Palette psychosozialer Beratung: Unterstützung bei finanziellen Sorgen, Antragsbearbeitung, Vorsorgeplanung, Vermittlung von Beratungsstellen sowie Entlastungs- und Unterstützungsangeboten. Ziel ist es, emotionale und organisatorische Herausforderungen zu reduzieren und Orientierung zu geben – damit der Blick wieder auf das Wesentliche gelenkt werden kann: die verbleibende gemeinsame Zeit.

Soziale Arbeit ist ein zentraler Baustein der multiprofessionellen Palliativversorgung, da sie dazu beiträgt, Belastungen zu minimieren und Sicherheit in komplexen Lebenslagen zu schaffen. Die Haltung orientiert sich an der Ganzheitlichkeit des Menschen und an dem Leitgedanken der Palliativpflege: Menschen sind „bis zum letzten Augenblick ihres Lebens wichtig“, und sie sollen nicht nur friedlich sterben, sondern bis zuletzt leben können.

Das Angebot ist niedrigschwellig, individuell ausgerichtet und unterstützt sowohl Patient*innen als auch ihre Zugehörigen umfassend in einer Zeit, in der verlässliche Begleitung besonders wertvoll ist. Diese Begleitung ist kostenfrei und wird aktuell ausschließlich durch Spenden getragen.

SPIRITUAL CARE IM PALLIATIVTEAM FRANKFURT

Spiritual Care ist ein essenzieller Bestandteil der ganzheitlichen Palliativversorgung. Sie stärkt die Würde der Patient*innen, indem sie deren innere Werte, Überzeugungen und Ressourcen würdigt und Hoffnung sowie Sinnfindung inmitten von Krankheit und Leid ermöglicht. Die spirituelle Dimension des Menschen ist ein wesentlicher Teil seines Menschseins und kann am Lebensende nicht ausgeklammert werden.

Im Unterschied zur traditionellen Seelsorge umfasst Spiritual Care eine therapeutisch orientierte, interreligiöse und bekenntnisunabhängige Begleitung, die individuell an Biografie, Glaubenssystem und kulturellen Hintergrund anknüpft und allen Betroffenen offensteht – Patient*innen, Angehörigen und Mitarbeitenden. Ihr Ziel ist es, existenzielle und emotionale Nöte frühzeitig zu erkennen, zu entlasten und Ressourcengewinn zu ermöglichen.

Die Begleitung unterstützt u. a. bei Lebensrückblick, Lebensabschluss, Glaubensfragen, emotionaler Belastung, Trauer, ethischen Konflikten sowie Fragen nach Sinn und Krankheit. Diese Interventionen verbessern nachweislich die Lebensqualität und tragen dazu bei Leid zu lindern. Gleichzeitig wird die Bedeutung eines niederschwelligen, vorbedingungsfreien Zugangs betont, um Barrieren abzubauen – gerade in einer zunehmend glaubenspluralen Gesellschaft.

Im PalliativTeam Frankfurt ist Spiritual Care durch eine qualifizierte Fachkraft fest verankert. Sie arbeitet multiprofessionell mit Medizin, Pflege, Psychologie und Sozialarbeit zusammen, dokumentiert Prozesse und entwickelt ein integratives Therapiekonzept, das Patient*innen ganzheitlich betrachtet – physisch, psychisch, sozial, emotional und spirituell. Die Begleitung setzt sich bei Bedarf auch nach dem Tod fort, um Angehörige in Trauer und Neuorientierung zu unterstützen.

Spiritual Care wirkt verbindend: Sie eröffnet Kommunikationsräume, stärkt Beziehungen und fördert Orientierung, Selbstbestimmung und Haltungskraft in einer der herausforderndsten Phasen des Lebens. Das Angebot ist kostenfrei und wird aktuell ausschließlich durch Spenden getragen.

Palliative Beratung & Betreuung vor der Geburt

Eine lebensverkürzende Diagnose für ein ungeborenes Kind stellt werdende Eltern vor tiefgreifende emotionale und medizinische Herausforderungen. Das Team der Pränatalen Palliativmedizin begleitet Familien in dieser belastenden Situation klinikunabhängig, umfassend und einfühlsam. Ziel ist es, sichere Orientierung zu geben, Handlungsoptionen verständlich aufzuzeigen und eine tragfähige, gut informierte Entscheidungsfindung zu ermöglichen.

Das Angebot umfasst die medizinische Einordnung des Befundes, das gemeinsame Verstehen der Auswirkungen auf Kind und Familie sowie die Darstellung möglicher Wege: Schwangerschaftsabbruch, Weitertragen mit palliativer Versorgung, spontane Geburt oder ein möglicher intrauteriner Verlust. Darüber hinaus erhalten Eltern emotionale Unterstützung, stärkenorientierte Beratung und Hilfe bei der Organisation eines individuellen Unterstützungsnetzwerks – etwa Hebammenbetreuung, ambulanter Kinderhospizdienst, Pflege oder Trauerbegleitung.

Gemeinsam wird ein palliativer Geburtsplan entwickelt, der medizinische Wünsche berücksichtigt und die Kommunikation mit der Geburtsklinik erleichtert. Wenn möglich, wird auch eine ambulante palliative Versorgung des Neugeborenen zu Hause vermittelt. Die Beratung kann in den eigenen Räumen, zuhause oder online stattfinden und bei Bedarf mit Pränataldiagnostiker*innen oder geburtshilflichen Teams erfolgen.

Die Haltung des Teams ist geprägt von Autonomie, Respekt und Offenheit: Eltern erhalten keine fertigen Antworten, sondern Unterstützung, um eigene Werte, Wünsche und Ressourcen in ihre Entscheidungen einfließen zu lassen. Neben medizinischen Fachkräften, Hebamme und Seelsorge arbeiten alle Beteiligten interdisziplinär zusammen und begleiten Familien achtsam, wertschätzend und auf Augenhöhe.

Das gesamte Angebot ist kostenfrei und wird aktuell ausschließlich durch Spenden finanziert.

Frühe Palliative Unterstützung

Menschen mit einer unheilbaren, chronisch fortschreitenden Erkrankung erleben häufig bereits lange vor der letzten Lebensphase vielfältige Belastungen. Obwohl gesetzliche Leistungen der spezialisierten Palliativversorgung meist erst sehr spät greifen, zeigt die internationale Forschung, dass eine frühe Integration palliativer Unterstützung wesentlich zur Lebensqualität beitragen kann.

Das PalliativTeam Frankfurt bietet daher mit dem Projekt „Beistehen: Beizeiten!“ ein kostenloses Beratungs- und Unterstützungsangebot für Betroffene und ihre Angehörigen an. Ziel ist es, Menschen schon frühzeitig in ihrer Erkrankung zu begleiten – unabhängig davon, ob sie sich zu Hause, in den Räumen des PalliativTeams oder telefonisch beraten lassen möchten.

Im Mittelpunkt stehen die individuellen Werte, Bedürfnisse und Sorgen der Betroffenen. Neben medizinischen und pflegerischen Fragestellungen werden auch Entscheidungen zu zukünftigen Behandlungsschritten, Symptomlinderung sowie psychosoziale Themen aufgegriffen. Das Angebot soll Betroffene befähigen, besser informierte und selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen.

Auch Angehörige werden – mit Einverständnis der Patient*innen – aktiv einbezogen, da sie zentrale Unterstützende und zugleich Mitbetroffene sind. Durch frühzeitige Beratung und Begleitung können Belastungen reduziert, Orientierung geschaffen und Sicherheit im Umgang mit der Erkrankung vermittelt werden.

„Beistehen: Beizeiten!“ möchte so zu einem verlässlichen Ansprechpartner werden – lange bevor eine spezialisierte Palliativversorgung gesetzlich vorgesehen ist.

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